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Warum ich (noch) keine faire Mode kaufe

November 27, 2018
Hose mit Streifen

Fair produzierte Kleidung – jeder spricht darüber und überall ist der Konsum unser Gesellschaft ein großes Thema.

Natürlich habe auch ich mich schon viele Jahre mit den Tatsachen der Produktion von Kleidung auseinandersetzen müssen. Zum Einen, weil es zu einem Studium im Bereich Mode und Design dazu gehört, um dem Ganzen noch mehr Bedeutung für ein Umdenken in die richtige Richtung zu geben. Und zum Anderen, weil ich selbst seit Jahren meine eigene Kleidung fertige, Mode liebe und mich letztendlich, unter anderem auch aus diesem Grund,  selbst zur Gründung eines eigenen Modelabels entschieden habe.

Meine Ansprüche an Kleidung sind durch meine Erfahrungen so extrem gestiegen, dass ich am liebsten nur noch alles selbst nähen würde. Wie oft sehe ich eine vermeidlich perfekte Bluse, die dann aber aus einem ätzenden Polyester besteht oder die Verarbeitung beim zweiten Blick so miserabel ist, dass sich ein Kauf einfach nicht lohnen würde. Unbeschwert shoppen gehen war gestern…

Bewusstsein

Als ich vor ein paar Tagen Koffer gepackt habe, wurde mir auf einmal wieder bewusst, auf welche Teile ich einfach nicht verzichten kann.

Im Alltag achte ich nicht besonders darauf, welche Kleidung häufiger getragen wird, da die Umstände jeden Tag anders sind und ich im Bezug auf mein Outfit nicht mehrere Tage im Voraus planen muss. Was den Urlaub betrifft, sieht das Ganze schon wieder etwas anders aus.

Wenn ich eine Reise antrete, habe ich meistens  überdurchschnittlich mehr Gepäck, kann aber von mir behaupten, keins der Kleidungsstücke umsonst mitgenommen zu haben.  Manchmal ist ein Backup auch einfach ein gutes Gefühl und alleine dafür hat es sich meiner Meinung nach schon gelohnt. 

Trotzdem beschränkt man sich beim Packen auf verhältnismäßig wenig Kleidungsstücke, die alle gut durchdacht ausgewählt werden müssen. Auffällig dabei ist, dass ich einige meiner Lieblingsteile schon ewig besitze und bei keiner Reise auf sie verzichten kann. 

Eins dieser Kleidungsstücke ist meine geliebte Streifenhose aus Satin, die es vor bestimmt sechs Jahren mal bei Zara im Sale zu kaufen gab.


Marlenehose
Vintage Hose
Klassische Satinhose
Schlaghose, klassisch
Satin Hose mit Schlag
Marlenehose mit Streifen
Satin Hose
Lieblingsteil – Marlenehose von Zara

Ich liebe diese Marlenehose. Der Schnitt ist perfekt, der Stil ist klassisch und passt zu mir, sie hat Taschen und ich finde immer neue Möglichkeiten sie zu kombinieren.

Ein weiteren Artikel über ein  Lieblingsteil meiner Garderobe findet ihr hier zum Lesen. 

Kaufverhalten

Ich für mich habe beschlossen, beim Einkaufen von Kleidung nur noch auf Lieblingsteile und qualitative Basics zu setzen. Egal ob günstig oder teuer. Da ich mich mit Qualität und Fertigung sehr gut auskenne, sind natürlich auch meine Ansprüche an meine eigene Kleidung gestiegen. 

Leider habe ich das Dilemma, dadurch nur sehr selten etwas Neues zum Anziehen zu finden, was mir wirklich gut gefällt, passt und wo die Qualität stimmt. Ich bin wirklich bereit mehr Geld für gute Kleidung auszugeben und freue mich sehr, wenn diese dann noch dazu fair produziert worden ist, setze die Produktion hier aber nicht an oberste Stelle.

Warum?

Ich empfinde es nachhaltiger, seinen Konsum zu überdenken, bewusst einzukaufen und sich auf wenige Teile zu beschränken. Daher verbiete ich es mir auch nicht, mal bei Zara oder H&M umzuschauen, die Kleidung anzufassen und mir selbst ein eigenes Bild zu machen. Meistens finde ich sowieso nichts und das ist auch nicht mehr schlimm für mich. Denn mein Kaufverhalten hat sich in den letzten Jahren extrem verändert. Ich erzwinge es nicht mehr, Freitags nach der Arbeit noch schnell ein passendes Outfit für die Party am Abend zu finden.

Und wenn ich dann doch mal ein Teil finde, wo einfach alles passt, dann kaufe ich es auch. Ich bin mir sicher, dass das wesentlich nachhaltiger und fairer ist, als mir immer wieder neue Dinge zu kaufen, den Konsum anzuregen, Ressourcen zu verschwenden und am Ende der Saison dann doch wieder zu sehen, dass das Kleidungsstück in der hintersten Ecke meines Kleiderschranks verschwunden ist.

Mein Ziel ist es, bald einen Schrank mit Kleidung zu besitzen, der aus Lieblingsteilen und perfekt sitzenden, qualitativ hochwertigen Basics besteht. Am liebsten natürlich so schnell wie möglich auch mit fair produzierter Mode. 

Trotzdem ist es für mich ein Prozess, der auch etwas Zeit braucht. 

Das Konzept von Mika Studio, meinem eigenen Label, bezieht sich genau auf diese Ansprüche, die ich an Kleidung habe, welche ich neu kaufe. Es sollen Lieblingsteile sein, die einfach perfekt passen, gefallen und nach Wunsch auch individuell angepasst sind. Die Kleidung von Mika Studio ist natürlich fair produziert. Das wird allerdings nicht als wichtigstes und erstes Merkmal der Marke nach außen getragen, denn Kleidung soll in erster Linie gefallen und generell immer fair produziert sein.





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1 Comment

  • Reply Maja November 30, 2018 at 4:20 pm

    Deine Gedanken sind gut!

    Es lohnt sich mehr auf Langlebigkeit und Lieblingsstücke zu setzten anstatt immer wieder auszusortieren und neu zu kaufen.
    Ich versuche auch mehr nachzudenken beim shoppen und mich nicht zu sehr von kurzfristigen Ideen überrumpeln zu lassen.

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