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Vegan seit einem Jahr – Veränderungen?

Oktober 15, 2018
vegan ernähren - ein Jahr

Seit ziemlich genau einem Jahr ernähre ich mich vegan und habe seitdem meinen Lifestyle komplett umgestellt.

Dabei hat sich für mich so einiges verändert und ich denke häufig daran, an welchem Punkt ich vor einem Jahr war, was ich alles in der Zeit neu entdeckt und gelernt habe.

Wow, manchmal kann ich es selbst kaum glauben, dass dieser riesige Prozess vor einem Jahr begonnen hat.

Für mich war die vegane Ernährung vor einigen Jahren noch ganz weit weg und ich konnte mich damit überhaupt nicht identifizieren, obwohl ich damals schon als Vegetarierin gelebt habe.

 

In meinem letzten Post zum Thema vegane Ernährung berichtete ich bereits von meiner persönliche Geschichte und wie erst etwas ganz besonderes in mein Leben treten musste, um wirklich bereit zu sein, mich den einzelnen Zusammenhängen intensiv zu beschäftigen.

 

Veränderungen seit der Ernährungsumstellung

Energie

Das klingt jetzt vielleicht etwas unglaubwürdig oder übertrieben, aber ich fühle mich fitter und gesünder als je zuvor und kann behaupten, noch nie so viel Energie gehabt zu haben. Natürlich bin ich, wie jeder andere Mensch auch, das ein oder andere Mal müde, habe vielleicht morgens noch nicht die Power die ich gerne hätte oder fühle mich etwas erschöpft vom Tag. Wichtig ist nur, dass dieser Zustand nicht langanhaltend ist. Die dauerhafte Trägheit ist wirklich total hinderlich und einfach nur frustrierend. Erst nach einiger Zeit meiner Umstellung habe ich den Unterschied bemerkt. Wenn ich heute mal etwas ausgepowert bin, mache ich mir einen gesunden Smoothie oder bereite mir ein richtig vitaminreiche Mahlzeit zu. Das hilft mir sofort und ich bin wieder auf einem guten Weg.

Seitdem ich mich vegan ernähre war ich noch nicht einmal richtig krank, kaum zu glauben. Ein bisschen Schnupfen oder Husten hatte ich zwischendurch schon einmal, das zählt für mich aber nicht als Erkrankung.

Sich vegan zu ernähren bedeutet doch, nur noch Salat zu essen, oder?

Oh je, eine Frage von vielen, die ich mir seit einiger Zeit anhören darf. Das gehört einfach dazu und ich habe gelernt, darüber nur zu lächeln, weil da jemand offensichtlich keine Ahnung hat.

Ich esse seitdem vielfältiger als je zuvor. Einschränkungen gibt es ja nicht wirklich, weil es für so gut wie alles  sogar schmackhaftere Alternativen gibt. Das versuche ich auch einzugrenzen, da die unverarbeiteten Lebensmittel am natürlichsten und damit auch am gesündesten sind. Trotzdem tut es zwischendurch mal ganz gut, veganen Käse auf einem Burger zu essen, Tofu auf den Grill zu legen oder den Aufstrich fürs Brot nicht immer selber machen zu müssen, sondern auch auf fertige Produkte zurückzugreifen.

Vegane Mahlzeit mit Gemüse und Couscous
Vegane Mahlzeit mit Kürbis, Salat, Brot und Couscous

Mit dem Kochen gebe ich mir irgendwie auch mehr Mühe, weil es einfach viel mehr Spaß macht, neue Rezepte oder Ideen umzusetzen und damit seiner Familie, Freunden und dem eigenen Körper Gutes zu tun.

Vegan Foodporn

Ich esse so unglaublich viel und gerne, mehr als früher, dafür aber viel gesünder. Trotzdem gönne ich mir auch oft Schokokekse und veganes Dessert. Ich würde sogar sagen, dass ich mehr Foodporn als vorher esse, weil ich es bewusst mache und mir nichts verbiete.

Und für diejenigen, die noch nicht so viel vegane Desserts gegessen haben und diesbezüglich wenig Geschmackserlebnisse hatten: Es gibt so viel geilen Sch*** in vegan. Für alles gibt es Möglichkeiten, so dass die vegane Variante mindestens genau so gut schmeckt.

Waffeln vegan
Vegane Waffeln mit süßer Soße von Plantbasedjane

Alle, die noch mehr Inspiration für leckere vegane Rezepte brauchen, können unbedingt auf Instagram bei Plantbasedjane vorbeischauen. 

Trotzdem versuche ich zunehmend die Süßspeisen mit Alternativen, die ebenfalls lecker und gut schmecken, in meine Ernährung zu integrieren. Zucker ist einfach nicht so super für den Körper, auch wenn er vegan ist.

vegane Burger
Vegane Burger mit Süßkartoffelpommes vom Shaky Shake in Marburg

Heißhunger

Auch wenn ich mir zwischendurch gerne Süßes oder ab und zu auch mal richtig fettige Speisen gönne, habe ich danach kein oder nur selten ein schlechtes Gewissen. 

Und unkontrollierten Heißhunger gibt seit der Umstellung auch nicht mehr. Wenn ich richtig hungrig bin, weiß ich genau was ich essen will. Und ich meine jetzt nicht: Zwei Packungen Kekse, Chips, Kuchen oder Pommes… 

Wenn die Lust auf Schokolade da ist, dann esse ich einfach welche. Vegane Schokolade natürlich, die schmeckt etwas weniger süß, aber trotzdem total lecker.

Mache ich auch mal eine Ausnahme?

Nein, denn ich könnte es einfach nicht genießen. Seitdem ich mich wirklich informiert habe, ganz besonders was die Milch angeht, ist mir der Appetit einfach vergangen. Das Leid der Tiere spielt für mich natürlich auch nach wie vor eine große Rolle und ich finde es gibt so viel Auswahl an leckerem Essen auf unserem Planeten, dass es wirklich nicht nötig ist, sich an Tieren zu vergreifen.

vegan
Linsennudeln mit Tomatensoße und Kresse, viele Proteine und Vitamine

Na klar gibt es bestimmte Lebensmittel, die ich immer besonders gerne gegessen habe, trotzdem ist das für mich kein Grund meinen Gelüsten nachzugehen, weil ich mittlerweile weiß, welche Geschichte sich dahinter verbirgt.

vegan
Gemüse mit veganer Sahnesoße und Nudeln

Im Restaurant 

Wenn ich auf der Karte ein veganes Gericht entdecke (außer Salat), freue ich mich natürlich darüber. In den meisten Fällen spricht es mich an und ich bestelle genau das.

Wenn das nicht der Fall ist, frage ich, ob es bestimmte Speisen auch vegan bestellt werden können. Ich setze damit gerne ein Zeichen. Nachfrage bestimmt das Angebot und wer nicht fragt, der kann auch nicht viel bewirken. Ich wünsche mir, dass diesen Schritt in Zukunft noch viel mehr Menschen gehen werden, anstatt einfach nur still und heimlich Salat mit Öl zu essen.

Wenn das Restaurant eindeutig überfordert mit dem Wunsch ist, bestelle ich einfach ein Gericht bei dem die tierischen Zutaten weggelassen werden, wie zum Beispiel Pizza ohne Käse. Klingt etwas trostlos, aber das ist dann leider die letzte Lösung. Fest steht: es gibt es in jedem Restaurant etwas für Veganer zum Essen.

Alkohol und billiges Essen

Mit dem Alkohol ist es extrem, ich vertrage so gut wie nichts mehr. Da mein Körper Alkohol auch nicht mehr gewohnt ist, könnte das auch eine Argument sein. Trotzdem ist es wirklich auffällig, wie schnell es reinhaut, wenn ich dann mal ein Gläschen trinke.  

Mein Körper reagiert definitiv sensibler auf schlechtes Essen. Bei einem gewissen Pizza-Lieferanten kann ich zum Beispiel nicht mehr bestellen, weil dann die Magenkrämpfe vorprogrammiert sind.

Erkenntnis

Es ist Wahnsinn, was die richtige Ernährung mit dem Körper macht. Auch wenn ich jetzt so gute Erfahrungen gemacht habe, muss jeder Mensch seine Erfahrungen selbst machen. Ich kann nur jedem diese Form der Ernährung ans Herz legen, aber mir ist auch klar geworden, dass die Menschen erst bereit sein müssen, sich aufgeschlossen mit dem Thema der veganen Ernährung beschäftigen zu wollen. – muss jeder Mensch das für sich selbst entdecken

Im vergangenen Jahr habe ich leider das ein oder andere Mal die Erfahrung machen müssen, auf absolutes Unverständnis bezüglich meiner Ernährung zu treffen. Im Prinzip ist mir nicht wichtig, was wer nun über mein Essverhalten denkt, finde es aber schockierend, wie einige Menschen, die sich absolut nicht mit dem Thema befassen, an ihren (krankhaften) Gewohnheiten hängen bleiben und ohne Hintergrundwissen, nur aus eigener, oft unbegründeter Meinung direkt verurteilen.

Ich finde es schade, wenn sich jemand so absolut komplett vor einem Thema verschließt, da die vegane Ernährung eben so viel positive und notwendige, ja sogar dringende Aspekte mit einbezieht wie zum Beispiel Umwelt und Klima.

Ich habe gelernt, nur den Menschen Informationen über meine Ernährung preis zu geben, die sachlich und interessiert fragen. Hier habe ich bisher auch nur gute Erfahrungen gemacht und konnte schon den ein oder anderen inspirieren oder zum Nachdenken anregen. 

Wer gerne ein paar wertvolle Tipps zum Einstieg ins vegane Leben haben möchte, sollte auf jeden Fall mal auf der Seite von Peta vorbei schauen.

Schreibt mir gerne wie ihr das seht und ob ihr euch vegan ernährt oder auf dem Weg dort hin seid. 

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