Vegane Ernährung – meine Geschichte

Veganer verzichten auf Fleisch, Fisch und tierische Produkte. Für die Ernährung auf pflanzlicher Basis gibt es viele verschiedene Gründe.

Vegan leben bedeutet für mich mehr Lebensqualität, Unbeschwertheit und Wertschätzung. 

Ich kann jetzt mit gutem Gewissen jede Mahlzeit genießen und fühle mich einfach wunderbar, seitdem ich die pflanzenbasierte Ernährung für mich entdeckt habe. 

Bevor ich konsequent vegan geworden bin, habe ich mich vor ungefähr 10 Jahren dazu entschlossen, Vegetarierin zu werden. Ich habe einige Jahre komplett vegetarisch gelebt und später gelegentlich, wenn wir mit der Familie an die Nordsee gefahren sind, frischen Fisch gegessen. Dazu muss ich sagen, dass der Grund, warum ich mich für eine vegetarische Lebensweise entschieden habe, nicht darin liegt, dass mir Fleisch und Fisch nicht schmecken. Im Gegenteil: Ich bin eine Person, die lieber Chips und Cracker isst als Schokolade. Von süßen Speisen konnte ich noch nie viel essen und meistens brauche ich direkt danach etwas Herzhaftes.

So lange das Fleisch also in einer undefinierbaren Form zubereitet war, konnte ich mit Leidenschaft alles essen.

Zunehmend wurde mir allerdings klar, was ich da eigentlich gerade esse. Je stärker diese Erkenntnis wurde, desto weniger hatte ich das Verlangen, meine gedankenlose Ernährung beizubehalten. Ich finde es befremdlich, ein anderes Lebewesen zu essen, während es doch für mich unendlich viele andere Möglichkeiten gibt, satt zu werden.

Außerdem hätte ich es mental niemals geschafft, ein Tier selbst zuzubereiten oder sogar zu schlachten. Egal wie gut der Geschmack auch ist – der Ekel war für mich immer schwerwiegender, sodass ich ein Fleischgericht einfach nicht mehr hätte genießen können. Ähnlich ist es nun auch mit den tierischen Produkten, aber dazu später mehr..

Zwischendurch habe ich wieder vermehrt Fisch gegessen, weil es für mich zu diesem Zeitpunkt am leichtesten war, Proteine zu mir zu nehmen und ich mich ehrlich gesagt auch nicht weiter mit dem Thema beschäftigt habe. Dahinter stand aber einfach nur der Wunsch nach einer ausgewogenen, gesunden Ernährung um fit und vital zu sein. Oft habe ich mir eingeredet, durch meinen Verzicht auf Fleisch schon genug für die Tiere und Umwelt (und auch für mich selbst) zu tun. 

Dass es dabei aber auch um mich geht und dass tierische Produkte mir einfach nicht gut tun und es hier viele verschiedene Gründe gibt, habe ich erst später bemerkt. Sehr oft habe ich mich mit einer guten Freundin, die schon einige Jahre vor mir vom absoluten Fleischesser zum konsequenten Veganer umgeschwungen ist, ausgetauscht und von ihren leckeren Gerichten inspirieren lassen. Danke an dieser Stelle, vielleicht hätte ich ohne Dich erst viel später diesen Weg gefunden!

In 2016 wurde ich schwanger und habe alles außer Fleisch gegessen: Fisch, Fertiggerichte, Gemüse, Obst, Chips, geliefertes Essen, und so weiter… Natürlich auch jede Menge Süßigkeiten, wobei ich bei Süßigkeiten schon immer darauf geachtet habe, keine Gelatine zu mir zu nehmen. Selbst als ich noch Fleisch gegessen habe, war es alles andere als verlockend, die Abfälle einer Schlachtung inklusive aller Inhalte geschreddert als glibberige Konsistenz zu verzehren.

Um es kurz zu sagen: Ich habe alles gegessen, was mir Appetit gemacht hat. Und für mich war es okay, ich habe mir nicht viele Gedanken darum gemacht, der Zustand schwanger zu sein würde mich ja nicht ein Leben lang begleiten.

Als unser kleiner Prinz geboren ist, habe ich mich mehr und mehr damit auseinander gesetzt, was die gesündeste Ernährungsform ist. Ich wollte wieder richtig fit werden und unser Sohnemann sollte ein paar Monate später auch mit fester Nahrung beginnen und natürlich nur das Beste bekommen.

Der erste Schritt in die Richtung der Umstellung zur veganen Ernährung war der Verzicht auf Milch. Abgesehen davon, dass ich es einfach nur schrecklich finde, den Kühen direkt nach der Geburt ihr Baby wegzunehmen, die Milch abzuzapfen und  die Kühe erneut zu befruchten um den Prozess der Milchproduktion im Gang zu halten, habe ich mich auch mit den Fakten der China Study auseinandergesetzt und Filme wie „What the health?“ geschaut.

Kurz zusammengefasst: Ich war entsetzt über die Zustände der Tiere, die kaltblütige Brutalität und die widerlichen Maßnahmen der Industrie. Alles nur für den eigenen (ersetzbaren) Genuss und den Drang, mehr von allem zu haben als man braucht. Das war für mich sinnlos.

Selbst die Milch vom Bauern um die Ecke würde ich nicht mehr trinken wollen, weil ich mir den Inhalt nicht antun möchte. Die in der Milch enthaltenden Wachstumshormone sollen ein Kalb binnen kürzester Zeit zu einem riesigen Tier heranwachsen lassen, das ist nicht unbedingt erstrebenswert für meinen Körper. 

Anfangs habe ich nur Zuhause vegan gekocht und unterwegs auch mal vegetarisch gegessen, wenn es keine Alternative gab. Heute kann ich gar nicht verstehen, wieso ich so gehandelt habe, weil es für mich nicht mehr wichtig ist um jeden Preis beim Essen dabei zu sein, sondern es an erster Stelle steht, mich gut zu fühlen mit dem was ich esse. Wenn es unterwegs nichts Veganes gibt, esse ich lieber nichts und freue mich auf gutes Essen zuhause. 

Es hat einige Wochen gedauert, bis ich mich mehr und mehr mit den Themen auseinandergesetzt habe. Für mich sind immer mehr Informationen zusammengekommen und diese Fakten standen nur dem Genuss und der Bequemlichkeit gegenüber. Das war dann der entscheidende Punkt für eine komplette Umstellung!

Natürlich ist es für mich jetzt anders im Restaurant Essen zu bestellen, es macht mir aber nichts mehr aus, meine Bestellung so umzuformulieren, dass ich mit Genuss essen kann. 

Und auch auf Familienfeiern ist es manchmal noch seltsam, nicht mehr jeden Kuchen probieren zu können, aber dafür backe ich jetzt selbst viel öfter und bisher haben meine veganen Kreationen immer jedem geschmeckt. Das Bedürfnis den Menschen zu zeigen, dass veganes Essen geschmacklich keinen Unterschied macht (oder durch die besseren Zutaten wie Mandeln, etc. sogar besser schmecken kann), ist sehr ausgeprägt bei mir und es freut mich jedes mal, wenn meine Gerichte gut ankommen.

Früher war ich der größte Käsefan auf der Welt und habe schon damit abgeschlossen, jemals wieder eine gute Pizza, Lasagne oder Fondue zu essen, aber auch wenn einige von euch es sich nicht vorstellen können, ich verzichte nicht auf leckeres Essen! 

In der ersten Zeit war ich noch nicht einfallsreich genug beim Kochen und auch etwas verzweifelt, weil ich den Fokus darauf gelegt habe, was ich nicht mehr essen will, anstatt mir zu überlegen, wie ich aus Getreide, Gemüse und Früchten leckere Gerichte Kochen kann. 

Ich habe es selbst kaum geglaubt, aber es gibt immer die Möglichkeit, jedes Essen auch vegan zu kochen. Die Ersatzprodukte sind mittlerweile so extrem gut geworden, so dass ich überhaupt nicht traurig bin, bestimmte Produkte nicht mehr essen zu können. 

An Sylvester zum Beispiel haben wir ein richtig leckeres „Käse“-Fondue gemacht, von dem ich heute noch manchmal träume.. Oder in Mailand sind wir jeden Tag an verschiedenen Orten Essen gegangen und haben die leckersten Gerichte ausprobiert. Ich habe mit keinem Tag das Gefühl gehabt, mich einzuschränken und mir das Leben schwer zu machen. 

Nach nur wenigen Tagen des konsequenten Verzichts habe ich so extreme Unterschiede bemerkt. Ich habe abgenommen, mich fitter gefühlt, besser geschlafen, meine Hautbild hat sich verbessert und außerdem bin ich einfach viel glücklicher und lebensfroher. 

Ich bin jetzt seit etwas mehr als einem halben Jahr konsequent vegan und könnte wirklich ein ganzes Buch darüber schreiben, weil an diesem Thema so unendlich viel dran hängt und ich jeden Tag mehr dazu lerne. Für mich hat sich einfach ein ganz neues Themengebiet eröffnet und ich kann es selbst kaum glauben, dass ich mich so lange davor verschlossen habe. 

Es wird für mich jedenfalls niemals ein Zurück geben und ich bin überglücklich, meinen Lebensstil so verbessert zu haben. 

 

 

 

 

 

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Verfasst von

mealove ist ein persönlicher Style Blog einer Modedesignerin aus Marburg. Neben Mode und Lifestyle schreibt die Fashionbloggerin häufig über kreative Ideen und Inspirationen.

8 Kommentare zu „Vegane Ernährung – meine Geschichte

  1. Wirklich tolle Geschichte ! ❤️ und es freut mich immer unglaublich zu lesen dass so viele Menschen ihr Leben mit einer veganen Ernährung zum positiven verändert haben ❤️ Ich selbst ernähre mich seit 4 Jahren vegan und ich liebe es ❤️ ❤️ ❤️

    Alles Liebe
    Laura

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    1. Danke für deine tollen Worte! ❤ ich freue mich immer auf Gleichgesinnte zu treffen, das ist so schön!
      Ja ich kann wirklich sagen, dass es mit eine der besten Entscheidungen meines Lebens gewesen ist, mich auf die vegane Lebensweise einzulassen.
      Manchmal frage ich mich, wieso ich so lange dafür gebraucht habe… Dafür werde ich es jetzt für immer beibehalten.

      Dir auch alles Liebe Laura❤❤❤

      Gefällt 1 Person

  2. Deine Veganestory ist sehr inspirierend für mich schon lange aber für andere auch! Ich finde es toll dass, du so ausführlich davon berichtest ❤️ Danke 💋

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